Zuschauer wollen kürzere und spannendere Rennen
Nach einer Umfrage der FOTA, der Teamvereinigung der Formel 1, spricht sich eine Mehrzahl der Formel-1-Zuschauer für kürzere und spannendere Rennen aus. Über die Verkürzung der Rennen wurde im Rahmen der geplanten Reformen bereits innerhalb der Formel-1-Gremien gesprochen. Bei der Umfrage wurden weltweit ungefähr 90.000 Teilnehmer nach ihren Formel-1-Sehgewohnheiten gefragt. Noch nicht einmal die Hälfte aller Befragten schaut ein Formel-1-Rennen von der ersten bis zur letzten Runde. Dieses Ergebnis bringt die Verantwortlichen natürlich zum Nachdenken und lässt sie tatsächlich über eine Rennverkürzung diskutieren.
Die Umfrage zeigte auch, dass zwei Drittel der Fernsehzuschauer aus Europa oder dem Mittleren Osten kommen. Das restliche Drittel teilen sich die Fans aus Asien und aus Nord- und Südamerika. Im Jahre 2009 musste die Formel-1 einen Zuschauereinbruch von insgesamt über 25 Prozent hinnehmen, davon gehörten 5,6 Prozent zu den eingefleischten Formel-1-Fans.
Als Ergebnis dieser Umfrage zeichneten sich auch klare Forderungen der Zuschauer an die Formel-1-Macher ab. Der Großteil der repräsentativen Bevölkerung wünscht sich die Formel-1-Übertragungen in ausgezeichneter HD-Qualität. Ebenso deutlich war das Votum für den Erhalt der Traditionsstrecken von Monte Carlo, Spa und Silverstone. Ungefähr die Hälfte aller Befragten sind mit dem neuen Punktesystem einverstanden und begrüßen diese Neuerung. Annähernd 54 Prozent der repräsentativen Bevölkerung halten die Überholmanöver für extrem wichtig und wünschen sich gleichzeitig günstigere Eintrittspreise für die Grand-Prix-Rennen. Der Fahrer selbst solle für 44 Prozent der Befragten eine größere Rolle spielen, während weitere 32 Prozent sich über technische Innovationen freuen. Knapp 30 Prozent monierten, dass in der Königsklasse des Rennsports zu viel Politik betrieben werde.
Die FIA wird sich aufgrund dieser Zuschauermeinungen sicher mit dem Thema ausführlich beschäftigen. Die erhöhten Kosten für die laufende und die kommende Saison lassen die Vermutung zu, dass sich das FIA-Budget ohnehin in einer angespannten Lage befindet. Für die Saison 2011 fallen noch rund sieben Millionen Euro aufgrund des auslaufenden Vertrages mit FOM weg. Als Konsequenz dieses Vertragsgerangels droht ein weiterer Machtkampf zwischen Bernie Ecclestone und Jean Todt, der mit allen Mitteln versucht, die Einnahmen der FIA zu retten.