Ecclestone will neue Länder und mehr Geld
Formel-1-Boss Bernie Ecclestone plant die Landkarte der Formel-1-Rennen neu zu schreiben. Er ist dabei, die Rennkalender für die Zukunft zu planen und selbst Monaco hat keine sichere Zukunft mehr. Die Anzahl der Rennen pro Saison solle nicht mehr als 20 betragen. Dies bedeutet im Klartext, es werden einige der bisher im Rennkalender vorhandenen Rennstrecken gestrichen werden. Momentan sind es 19 Rennen in der Saison; nächstes Jahr gesellt sich Indien dazu und 2012 wird der Grand-Prix in Texas/USA folgen. Auch ein Grand-Prix-Rennen im russischen Sotschi ist für 2012 geplant. Laut Aussagen des russischen stellvertretenden Entwicklungsministers Reilyan werde wohl erst 2014 die erste Zielflagge in Sotschi geschwenkt werden. Er vermisse noch die Garantie für eine Austragung des Rennens. Ein Stadtrennen in Rom kann sich Ecclestone durchaus vorstellen. daraus ergibt sich alles in allem eine Gesamtsumme von 23 möglichen Rennen; das heißt 3 Rennstrecken werden wohl oder übel gestrichen.
Einer der ersten Streichkandidaten ist für Ecclestone der Grand-Prix in Monaco. Laut seiner Aussage zahlen die Monegassen zu wenig. Seit 1955 tummelt sich dort regelmäßig der Formel-1-Zirkus und es gibt Vermutungen, das Fürstentum zahle keine Veranstaltungsgebühren. Möchte Monaco weiterhin in der Königsklasse vertreten sein, dürfte wohl ein größerer Scheck des Automobile Club de Monaco in Richtung Ecclestone fällig werden.
Umgerechnet etwa 24 Millionen Euro zahlen die Veranstalter pro Rennen. Besonders die Europäer gerieten in das Visier von Ecclestone, dem diese Beträge zu niedrig sind. Hier müsse deutlich nachgelegt werden. Aber nicht nur den Veranstaltern will er mehr Geld aus der Tasche ziehen, auch die Fernsehanstalten kämen bisher viel zu günstig weg. Schließlich seien die Live-Übertragungen der Rennen ein lukratives Geschäft für die Sendeanstalten. Hohe Einschaltquoten seien schließlich auch der Garant für hohe Werbeeinnahmen.
Der größte Profiteur ist Formel-1-Mehrheitseigner CVC. Kaufte das Unternehmen 2006 die Königsklasse für ein „Trinkgeld“ von 1,5 Milliarden Euro, dürfte sich diese Wertanlage mittlerweile auf stolze fünfeinhalb Milliarden Euro Wert gesteigert haben. Laut Ecclestone basiere dieser Wert auf zwei Dingen mit Wert: zum einen der Name Formel 1 und zum anderen die Marke Ferrari.